Forschung

 
Im Mittelpunkt der Forschungen am Lehrstuhl stehen das Russische Reich im 19. Jahrhundert und die Sowjetunion. Dabei liegt der Schwerpunkt auf kulturgeschichtlichen und biographischen Zugängen. Politik wird weniger als Institutionengeschehen betrachtet, sondern von der Warte bestimmter Akteure aus oder als diskursiv geprägtes Kommunikationsgeschehen. Es besteht eine Offenheit für interdisziplinäre Herangehensweisen an den russischsprachigen kulturellen und politischen Kosmos, etwa durch Fragestellungen und methodische Einflüsse aus der Filmanalyse, Musik- und Literaturwissenschaft.
 
Das Russische Reich und auch die Sowjetunion werden nicht nur von ihren Hauptstädten St. Petersburg und Moskau aus betrachtet, sondern als Vielvölkerreiche und Imperien verstanden, die von ethnischen Spannungen, aber auch supranationalen Ideologemen und ethnischer Arbeitsteilung geprägt waren. Ein besonderes Interesse besteht zum einen an der Ukraine, zum anderen an Usbekistan und Turkmenistan. Welche Rolle spielten die Regionen bzw. Republiken für Politik, Wirtschaft und Kultur des Gesamtstaates, nicht nur in Bezug auf dessen inneren Zusammenhalt, sondern auch auf die Außenpolitik und -beziehungen? Welche Kommunikations-, Verhandlungs- und Identitätsfindungsprozesse definierten in den Regionen das politische und kulturelle Selbstverständnis, aber auch das Verhältnis zur imperialen Zentrale?  Inwieweit können koloniale und imperiale Herrschaftspraktiken und Elitendiskurse mit denen anderer Imperien verglichen werden?
 
Als weitere Schwerpunkte sollen am Lehrstuhl künftig folgende etabliert werden:
 
  • die Geschichte der Volksrepublik Polen (1944-1989) 
  • die Geschichte der Massenmedien und besonders des Fernsehens in gesamteuropäischer Perspektive sowie 
  • umweltgeschichtliche Themen
 
 

Forschungsprojekte